Touch me I'm sick Drucken E-Mail
Montag, 8. Januar 2007
ImageKeine Angst, bei Sickboy geht es nicht zu wie bei 'Trainspotting': Sie werfen nicht mit Billardkugeln und schießen auch nicht mit Luftgewehren auf Kampfhunde. Zumindest nicht im wörtlichen Sinne. Köln ist schließlich nicht Edinburgh. Im Bandkosmos von Sickboy bedeutet Melancholie nicht automatisch Depression - harte Gitarren und tanzbare Beats haben sich lieb und Pop meint weder Inhaltsleere noch Verrat, sondern drückt schlicht die Schönheit im Hässlichen aus.


Als Gitarrist und Sänger Keke (Ralf Kerkeling) 2005 vor den Trümmern seiner alten Band steht, hält er sich nicht lange mit Grabesreden auf. Mit Bassist Krise (Christian Baack) und Schlagzeuger Boris Baum sind schnell neue Musiker gefunden. Das noch unbenannte Trio nimmt erste Demos auf, experimentiert mit Elektronik, probiert sich und alles Mögliche aus und stellt fest: Wir brauchen mehr Gitarren! Ende

2005 kommt Spilli (Markus Spiller) ins Spiel, durch den die Band deutlich rockiger und krachiger wird. Mit derartig optimierter Durchschlagskraft ausgestattet, fressen Sickboy zunächst den Dreck der Straße und berauschen sich an seinem Geschmack bei Konzerten. Schließlich geht die Band im Frühjahr 2006 ins Studio. Die Arbeitsweise hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits herauskristallisiert: Die Ideen stammen meist von Keke und Spilli – ausgearbeitet wird alles gemeinsam mit der kompletten Band.

Da jeder Sickboy völlig unterschiedliche Einflüsse mitbringt, fällt es zunächst schwer, verbindliche Referenzen zu nennen. Nur so erklärt sich vermutlich auch der ingeniöse Stilmix, der in Songs wie „Facekiller“ mitschwebt. Einigen können sich alle auf 'Queens Of The Stone Age' und einige andere. Aber auch, wenn man hier und da klare Einflüsse zu verorten meint – Sickboy klingen eigentlich nur nach Sickboy.

Aus allen Phasen ihrer musikalischen Sozialisation haben diese Jungs genau die richtige Dosis mitgenommen: Die Energie des Punk, die Indie-Affinität der frühen Neunziger, die Melodieseligkeit des BritPop, die Experimentierlust
von Radiohead und Co - und schließlich den Konfrontationswillen harten Alternative-Rocks. So kommt es zu dem kongenialen Wechselspiel der Band zwischen druckvoller Instrumentierung und melancholischen Vocals.
 
Das Demo ist also fertig. Doch ehe Sickboy so richtig loslegen können, gilt es eine Umbesetzung zu meistern: Der Produzent der Promo-CD und Multiinstrumentalist Gerry (Markus Gerhards) wird eigens aus der Hauptstadt importiert und übernimmt von nun an das Schlagzeug. Hier kommt Sickboy: Willkommen in der Gegenwart.

Link: Sickboy Homepage

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